| MSM
ist METHYLSULFONYLMETHAN, eine biologisch verfügbare nahrungsgerechte Schwefelverbindung
aus natürlich vorkommenden Quellen. Die wichtige Ernährungskomponente aus
frischen Früchten und Gemüsen ist heutzutage durch Produktion, Lagerung und Kochen
verloren gegangen. Schwefel ist eine ausschlaggebende Komponente vieler wichtiger
Aminosäuren, die in unserem zellularen Protein
enthalten sind. Methylsulfonylmethan
ist ein integraler Bestandteil vieler Proteine, Hormone und andere Substanzen,
die für den gesunden Stoffwechsel erforderlich sind. Methylsulfonylmethan
ist in vielen, meist frischen, Früchten und Gemüsen, in der Milch und in den Körnern
enthalten. Es wird in der Nahrung durch das Kochen, durch die Verarbeitung und
bei der Lagerung leicht zerstört. Dimethylsulfoxid
(DMSO) - Die Entwicklung von Methylsulfonylmethan
als Ernährungsergänzung stammt aus Forschungen, die von Dr. Stanley Jacob an der
Oregon Gesundheits-Universität komplettiert worden ist. Er stellte fest, dass
Methylsulfonylmethan ein geruchloses und stabiles Stoffwechselprodukt
von DMSO war und einige ähnliche Eigenschaften hatte. So ist Methylsulfonylmethan
chemisch DMSO mit hinzugefügtem Sauerstoff, also eine natürliche Komponente unserer
Zellen. Schwefel ist
ein wichtiger Körperbestandteil. Er ist lebenswichtig und ein wesentlicher
Teil aller lebenden Dinge. Als Substanz in der Nahrung wird dieses Element häufig
übersehen, aber es ist ein wichtiger Bestandteil verschiedener besonders wichtiger
Aminosäuren, die für die Produktion der Proteine in unseren Muskeln, Enzymen und
anderen Bestandteilen unseres Körpers stehen. Schwefel ist in den Proteinen enthalten,
die den Grundstoff für das Haar, die Nägel und die Haut bilden. Das schwefelhaltige
Protein Keratin findet sich im ganzen Körper, von der Oberhaut bis zu den Haarfollikeln,
den Bronchien und Magenschleimhäuten. Schwefelhaltige Aminosäuren sind Schlüsselkomponenten
vieler Proteine und Enzyme und wichtige bestimmende Faktoren in der Tertiärstruktur
der Eiweiße. Viele davon werden durch Disulfidbindungen (-S-S-) an ihrem Ort stabilisiert
- z.B. das Haar in seinem natürlichen geraden oder lockigen Fall.
Sonderdruck aus „Umweltmedizin“
Nr. 45. Ausgabe 2/02, S. 76-77
MSM - Substanz mit einzigartigen Eigenschaften
Methylsulfonylmethan (MSM) ist
eine natürliche, in Nahrungsmitteln und im menschlichen Körper
vorkommende Schwefelverbindung mit hoher biologischer Verfügbarkeit.
Sie habe nachweislich viele positive Wirkungen, lindere Schmerzen
und Entzündungen und helfe bei Reparaturmaßnahmen, sagt Zahnarzt
Hansjörg Lammers, Kenner der orthomolekularen Medizin.
ZfU:
Vor allem im Internet preisen Dutzende von Websites MSM an - als
Universalmittel gegen Schmerzen, Allergien und Haarausfall. Was
ist da dran?
Lammers:
MSM oder auch Methylsulfonylmethan ist eine organische, biologisch
aktive Form des Schwefels und kommt in allen lebenden Organismen
vor. Die Substanz hat tatsächlich bemerkenswerte präventive und
therapeutische Eigenschaften.
Mangelt es dem Körper an biologischem
Schwefel, kann dies zu einer ungenügenden Funktion jeder Zelle,
jedes Gewebes und jedes Körperorgans führen. Schwefel ist nach
Kalzium und Phosphor das dritthäufigste Mineral im Körper. MSM
verstärkt nicht nur die Wirkung der meisten Vitamine und Nährstoffe
wie Vitamin C, Coenzym Q10, alle B-Vitamine, Selen und Magnesium,
sondern verbessert auch deren zelluläre Aufnahme. Da der Körper
die Nährstoffe besser verwertet, wird die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln
effektiver.
ZfU:
Viele der genannten Nährstoffe haben eine antioxidative Wirkung.
MSM auch?
Lammers:
Um freie Radikale unschädlich zu machen, verwendet der Körper
verschiedene Enzyme mit antioxidativer Wirkung. MSM liefert den
Schwefel für die schwefelhaltigen Aminosäuren Methionin, Cystein
und Taurin. Durch ihre Thiolgruppen (-SH) wirken sie als Antioxidanzien
ebenso wie Glutathion.
MSM scheint aber auch selbst
als Antioxidant zu fungieren. Eine in der Schleimhaut vorkommende
C-S-Lyase vermag an die Schleimhaut gebundenes MSM an der Kohlenstoff-Schwefel-Bindung
zu spalten. Dabei entsteht die elektronenarme CH3S02-Gruppe, die
freie Radikale neutralisiert.
ZfU:
Oxidativer Stress entsteht auch durch die dauerhafte Belastung
mit Umweltgiften. Sehen Sie hier Einsatzmöglichkeiten für MSM?
Lammers:
Viele Therapeuten halten MSM für das stärkste Entgiftungsmittel
überhaupt. In der Literatur wird der Fall eines jungen Malers
beschrieben, der wegen ernster mentaler Beschwerden in der Psychiatrie
landet. Antidepressiva verschlimmern seinen Zustand. Eine Blutuntersuchung
ergibt dann eine Schwermetallvergiftung durch die Farben, mit
denen er malte. Trotz verschiedener Therapien mit homöopathischen
und orthomolekularen Entgiftungsmitteln tritt über anderthalb
Jahre keine Besserung ein. Erst nach drei Monaten mit hoch dosiertem
MSM (15 g/d) zusammen mit einer ayurvedischen Schwitzkur verspürt
der Patient eine deutliche Besserung seines Zustands.
„Eines der wenigen Mittel, das
die Blut-Hirnschranke passiert“
ZfU:
Viele Toxine aber lagern sich im Gehirn ab oder akkumulieren in
den Nervenzellen und sind dann nur schwer zu entgiften.
Lammers:
MSM ist eins der wenigen Antioxidanzien, die die Blut-Hirn-Schranke
leicht passieren können. Da es die Permeabilität der Zellmembran
wiederherstellt, können Nervenzellen ihre Abfallprodukte ausscheiden.
Unter MSM beobachteten einige Patienten an sich positive Stimmungsveränderungen,
eine gesteigerte Wachsamkeit und nachlassende Depressionen.
ZfU:
Der Substanz wird auch eine antiallergische Eigenschaft nachgesagt.
Lammers:
MSM vermag an die Schleimhaut zu binden, so dass eine natürliche
Schutzschicht zwischen Wirt und Allergenen entsteht. Dadurch lindert
MSM die Symptome bei Nahrungsmittel-, Kontakt- und Inhalationsallergien.
Nach Angaben verschiedener Autoren wirkt MSM als mindestens ebenso
guter Histaminhemmer wie herkömmliche Antihistaminika - aber ohne
deren Nebenwirkungen.
Experimente mit radioaktiv markiertem
MSM haben gezeigt, dass Rezeptoren der Schleimhautoberfläche des
Verdauungs- und Urogenitaltraktes sowie des respiratorischen Systems
die Substanz binden. Folge: Allergene und Parasiten können sich
nicht auf der Schleimhaut festsetzen.
Hierzulande mangelt es nicht
an Schwefel, sagt das BfArM
ZfU:
Das klingt fast nach einem Wundermittel - Das Bundesinstitut für
Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sagt jedoch, es gebe
keine klinischen Studien, die die Wirksamkeit bei den beanspruchten
Indikationen belegen. Was sagen Sie dazu?
Lammers:
Für Deutschland trifft das zu, aber nicht für den anglo-amerikanischen
Raum. Eine der bedeutendsten Abhandlungen hat wohl Earl L. Mindell,
Professor für Ernährungswissenschaften an der Pacific Western
University von Los Angeles, 1997 veröffentlicht. Er zitiert über
40 Studien aus den letzten 20 Jahren. Fakt ist also, MSM ist wissenschaftlich
gut untersucht, wenn auch nicht bei uns.
Sensationell war auch die Veröffentlichung
von Prof. Stanley W. Jacob, Direktor der Schmerzklinik in Portland,
im Jahre 1999. Er präsentierte eine Studie über 20 Jahre mit rund
18000 Schmerzpatienten, die regelmäßig MSM erhielten. Ergebnis:
Durchschnittlich 70 Prozent der Patienten wurden deutlich oder
sogar vollkommen schmerzfrei.
ZfU:
Da der Mensch seinen Schwefelbedarf über die Zufuhr von Proteinen
deckt und in den westlichen Ländern die Nahrung sehr proteinreich
ist, sei ein Schwefelmangel äußerst unwahrscheinlich und auch
noch nicht beschrieben, führt das BfArM weiter aus. Ist dem so?
Lammers:
Die Bedeutung der Verbindung als Schwefelquelle wird unterschätzt.
Leider geht bei der Verarbeitung der Lebensmittel in den westlichen
Industrienationen die Hauptmenge des natürlich vorkommenden MSM
verloren. Nehmen Sie Milch: Rohmilch enthält zwischen zwei und
fünf Milligramm MSM pro Kilogramm, pasteurisierte Milch hingegen
weniger als 0,25 mg/kg.
MSM hat aufgrund seiner chemischen
Struktur und seiner biologischen Aktivität einzigartige Eigenschaften.
Allgemein gelten Methionin und Cystein als wichtige Schwefelquellen.
Aber Experimente mit radioaktiv markiertem MSM haben gezeigt,
dass mit der Nahrung aufgenom-menes MSM seinen Schwefel freisetzt,
um nicht nur Kollagen und Keratin, die Haupt-bestandteile von
Haar und Nägeln, zu bilden, sondern auch die Aminosäuren Methionin
und Cystein sowie Serumproteine.
ZfU:
Wer sollte Ihrer Meinung nach MSM einnehmen?
Lammers:
Jeder, der solange wie möglich gesund bleiben möchte. Es ist kein
Allheilmittel. Aber als Nahrungsergänzung unterstützt es den Körper
bei der Selbstheilung. Dabei ist natürlich auf einen gesunden
Lebenswandel zu achten: gesunde Ernährung, körperliche Bewegung,
ausreichend Schlaf, genügend frische Luft, seelische Ausgeglichenheit.
Die Dosierung sollte mit dem Therapeuten besprochen werden. In
den meisten Fällen reichen zwei bis vier Gramm täglich, bei ernsteren
Erkrankungen können die Patienten auch höher dosieren, zum Beispiel
sechs Gramm täglich. Selbst 70 Gramm täglich wirkten nicht toxisch!
ZfU:
Nach oben hin scheinen die Grenzen offen zu sein...
Lammers:
Die Toxizität ist vernachlässigbar gering. Freiwillige Probanden
erhielten einen Monat lang täglich insgesamt 70 Gramm MSM und
es waren keine toxischen Wirkungen zu beobachten. Der Körper speichert
große Mengen MSM als Schwefelreserve oder er scheidet sie über
die Nieren und die Haut wieder aus.
ZfU:
Wo ist MSM erhältlich?
Lammers:
MSM ist von jedem Arzt und Zahnarzt privat verordnungsfähig und
über den Apothekenimport, zum Beispiel aus Holland, zu beziehen.
ZfU:
Nehmen Sie selbst MSM?
Lammers:
Auf MSM wurde ich 1993 auf einer Fachtagung der internationalen
Gesellschaft für orthomolekulare Medizin (ISOM) in Kanada aufmerksam.
Seitdem kenne und bevorzuge ich MSM in Kapseln - täglich drei
Gramm. Natürlich auch, weil ich auf Entgiftungstherapien spezialisiert
bin und Zahnärzte täglich mit vielen Giftstoffen umgehen müssen.
Daher ist Selbstschutz ratsam.
Literatur zum Thema MSM: Mindell EL:
The MSM Miracle, Enhance your health with organic sulfur. Connectict
(USA): Keats Publishing, Inc. 11997) Jakob SW: The Current Status
of MSM in Medicine. Am Acad Med Prev (1983) Richmond VL: Incorporation
of Methylsulfonylmethane into Guinea Pig Serum Proteins. Life
Sciences 39 (1986) 263-268
Die extrazelluläre Matrix
Hauptbestandteil das gesamten Bindegewebes
ist Kollagen, das häufigste Protein im Körper überhaupt. Zusammen
mit Elastin bewirkt es die Elastizität der Haut, zusammen mit
den schwefelhaltigen Proteoglykanen Glucosamin- und Chondroitinsulfat
gibt es dem Knorpel Struktur und Flexibilität. Allerdings hält
das Bindegewebe nicht nur die Zellen zusammen. Der Ordinarius
für Histologie und Embryologie der Universität Wien, Alfred Pischinger,
entwickelte das „System der Grundregulation", das Prof. Hartmut
Heine, heute am Institut für Antihomotoxische Medizin und Grundregulationsforschung
in Baden-Baden, weiterentwickelte. Danach spielt das Bindegewebe
als extrazelluläre Matrix eine bedeutende Rolle bei der Übertragung
von Bioinformationen und stellt somit ein lebenswichtiges Kommunikationsnetzwerk
innerhalb des Körpers dar. Zellmembranen bestehen aus einer Lipid-Doppelschicht,
in die unter anderem Proteine eingefügt sind, welche für den Nährstofftransport
durch die Zellwand und den Abtransport der Stoffwechselabfallprodukte
notwendig sind. Schwefelbindungen bilden flexible Strukturen zwischen
den Zellen und dem umgebenden Bindegewebe. Bei Schwefelmangel
geht nach Ansicht von Hansjörg Lammers die Elastizität der Zellen
und ihrer Membranen verloren: Weniger Sauerstoff und Nährstoffe
gelangen dann hinein, weniger Abfallstoffe hinaus. Die Folge:
verminderte Vitalität und schließlich degenerative Erkrankungen.
Interview: Jürgen Steinert ZfU – Zeitschrift für Umweltmedizin
/ 10. Jahrgang, Heft 2 / 2002 3
Nahrungsergänzungen
dienen nicht als Ersatz für eine ausgeglichene Ernährung. Informationen
unserer Webseite sind keine Grundlage für gesundheitsbezogene
Entscheidungen. Bei gesundheitlichen Beschwerden fragen Sie Ihren
Arzt oder Apotheker, bei Erkrankungen von Tieren konsultieren
Sie einen Tierarzt. Die Einnahme von Nahrungsergänzungen,
Medikamenten, Heilkräutern usw. sollten Sie mit einem Arzt
Ihres Vertrauens absprechen.
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